Der Kreuzbiss oder „Schiefer Biss, schiefer Mensch!“

Der Kreuzbiss und seine Korrekturmethoden

Heute auf meinem Blog ein bisschen etwas zu einem Thema, das mir sehr am Herzen liegt: Der Kreuzbiss – und was ich als Kieferorthopädin tun kann, um ihn zu korrigieren!

Was genau ist denn ein Kreuzbiss? Davon spricht man, wenn die Zähne des Oberkiefers im Vergleich zu den Zähnen im Unterkiefer weiter innen stehen. Ein Kreuzbiss kann einseitig (also rechts oder links), beidseitig oder auch „nur“ an einzelnen oder mehreren Frontzähnen auftreten. Anbei einige Beispielfotos von Kreuzbissen im Milchgebiss bis zum Erwachsenengebiss.

Auf jeden Fall gilt: ein Kreuzbiss sollte so bald wie möglich behandelt werden! Vor allem einseitige Kreuzbisse zwingen den Unterkiefer dazu, mehr auf diese eine Seite zu schieben, um einen Vielpunktkontakt der Zähne (= habitueller Biss) einzustellen. Wenn allerdings die Kaumuskulatur einen seitlich schiefen Biss einstellen muss, reagieren auch andere Muskelgruppen (z. B. die der Halswirbesäule) mit. Meist sieht man bei einseitigem Kreuzbiss daher auch eine Schiefhaltung des Kopfes oder einen einseitigen Schulterhochstand. Und diese kompensierte Schiefhaltung zieht sich über die über Faszien verbundenen Muskelketten in den ganzen Körper fort.

Genau hier kommt unsere Osteopathin Astrid Medlitsch ins Spiel. Denn ich als Kieferorthopädin kann wunderbar den Kreuzbiss korrigieren, die Osteopathin behandelt im Idealfall zeitgleich die passenden Muskelgruppen (= fasziale Techniken) und Verbindungen in den Schädelknochen (= Craniosacrale Techniken) dazu. Das führt schlussendlich sowohl zu einem besseren Biss als auch zu einer geraderen Haltung, Ihr Kind kann somit auch gerader weiterwachsen und Fehlbisse „wachsen“ sich nicht in der gesamten Haltung ein.

Deshalb sehe ich meine kleinen Patienten am liebsten so früh wie möglich (das heißt bei uns ab ca. 4-6 Jahren), um im Fall abzuklären, ob ein Kreuzbiss vorliegt und wann und wie man ihn am besten behandelt. Wenn ja, behandeln wir in diesem Alter mit bunten, abnehmbaren oder teilweise eingeklebten Zahnspangen.

Bei älteren Kindern (ab ca. 11 – 14 Jahren) kann auch eine Behandlung mit festsitzender Zahnspange und einer Dehnapparatur noch ausreichend sein.

Bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen ist der Knochen des zu schmalen Oberkiefers meist zu fest, um rein durch eine Zahnspange noch ausreichend gedehnt werden zu können. Hier brauche ich als Kieferorthopädin fast immer die Hilfe durch temporäre Implantatverankerungen oder Hilfe der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Wir empfehlen Ihnen für Ihre Behandlung die passende Fachfrau/ den passenden Fachmann.

Der Kreuzbiss ist etwas, unter dem man nicht leiden muss – wichtig ist dabei vor allem bei Kindern die rechtzeitige Erkennung und ein möglichst frühzeitiger Beginn der Therapie. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind einen Kreuzbiss haben könnte, oder einfach sichergehen möchten, dass (noch) keine Behandlung notwendig ist – vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin mit uns! Natürlich auch gerne, wenn Sie selbst den Eindruck haben, „schief“ zusammenzubeißen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Herzliche Grüße,
Ihre Dr. Elisabeth Pittschieler


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